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Einmietbetrüger - Ein vermeidbares Risiko oder unabwendbares Schicksal?


Von Dieter Soetebier
Kriminalist, Kriminologe, Diplomverwaltungswirt (FH), Kriminalrat i.R.


   

(1) Problembeschreibung

"Mietnomaden" / "Miettouristen" sind äußerst verniedlichende Umschreibungen für (gewohnheitsmäßig handelnde) Kriminelle (Betrüger). Diese haben von vornherein die Absicht, für die Überlassung der Mietsache und die damit verbundenen Unkosten (Betriebskosten) keine Zahlungen zu leisten, sobald sie im Besitz des Mietvertrages sind und ggf. nur 1/3 der Kaution angezahlt haben. Hierzu zählen aber nicht diejenigen Mieter, die (unverschuldet) in Not geraten sind und daher die fälligen Zahlungen nicht mehr leisten können.

Der durchschnittliche Schaden für den Vermieter durch einen Mietnomaden hat inzwischen Dimensionen von durchschnittlich 22.000 € bis 44.000 € angenommen. Hinzu kommen noch Gerichts-, Anwalts- und Zwangsräumungskosten (ca. 2.500 € bis 6.500 €), die meist nicht beigetrieben werden können, da sich die Mietnomaden rechtzeitig "aus dem Staub machen", bevor sie zur Kasse gebeten werden können, oder bereits die Offenbarungsversicherung abgelegt haben und von Arbeitslosengeld II bzw. Sozialhilfe ihr Dasein fristen. Es muss davon ausgegangen werden, dass derzeit insgesamt ca. 550.000 Mietnomaden aktiv sind. Im Jahr 2005 liegt der geschätzte Mietausfall durch diese Straftäter (und andere säumige Mieter) bei 2.200.000.000 (2,2 Mrd.) €.

Besonders hart trifft es diejenigen Vermieter, die nur über eine oder zwei Immobilien verfügen, die sie sich als Kapitalanlage oder zur Altersversorgung gekauft haben und die noch mit Hypotheken belastet sind. Zur Tilgung der Schulden sind regelmäßige Mieteinnahmen eingeplant, die dann nicht zur Verfügung stehen. Auch die Kreditinstitute sind nicht gerade zimperlich, wenn die Tilgungsraten nur noch unregelmäßig oder, im schlimmsten Falle, überhaupt nicht mehr eingehen. Eine Zwangsversteigerung ist dann nahezu unabwendbar.

Kürzlich wurde in den Medien von einem Fall berichtet, in dem ein pensionierter Buchhalter mit seiner Ehefrau in einem geerbten Haus wohnte und sich zur Altersversorgung eine Immobilie anschaffte, in der dann letztendlich für drei Jahre ein Mietnomade fürstlich residierte, ohne hierfür zu bezahlen. Durch den Mietausfall, die Nebenkosten sowie die Gerichts-, Anwalts- und Gerichtsvollziehergebühren geriet das Ehepaar dermaßen in finanzielle Probleme, dass sie die fälligen Hypothekenraten nicht mehr bezahlen konnten. Die Immobilie wurde zwangsversteigert. Der Ersteigerungserlös deckte jedoch nicht annähernd die aufgelaufenen Schulden, wodurch diese bedauernswerten Senioren auch noch zum Verkauf des Hauses, in dem sie bis dahin lebten, gezwungen waren und nun selbst zur Miete wohnen müssen. Von der knapp bemessenen Rente bleibt ihnen nun kaum noch soviel, dass es zum Lebensunterhalt ausreicht.

(2) Wie kann man sich vor Mietnomaden schützen?

Der beste Schutz vor Mietnomaden ist ein gesundes Misstrauen den Mietbewerbern gegenüber. Lassen Sie sich nicht durch ein besonders seriöses Auftreten, das zum Standardrepertoire dieser Betrüger gehört, und auch nicht durch ein Bündel Geldscheine für die Kautionsleistung in bar bzw. eine Rolex-Uhr oder hochwertige Fahrzeuge (die ohnehin nur geliehen sind) blenden. Unerlässlich ist es, sich noch vor Abschluss eines Mietvertrages ein genaues Bild über die persönlichen Verhältnisse des zukünftigen Mieters zu verschaffen. Hierzu gehört es, sich ein Ausweisdokument vorlegen zu lassen, aus dem man die Personaldaten selbst erfasst. Weiter ist es zwingend erforderlich, eine Gehaltsbescheinigung im Original und Angaben über die derzeitigen Wohnverhältnisse des potentiellen Mieters einzufordern. Hierzu gehört es selbstverständlich auch, Namen und Anschrift des aktuellen Vermieters zu erfragen. Auf der Homepage www.miettourist.de kann übrigens ein Formblatt „Selbstauskunft“ (für private Vermieter zur unbegrenzten Verwendung) gegen ein geringes Entgelt (11,60 € brutto) erworben werden.

Nun sollte es für den möglichen neuen Vermieter eine Selbstverständlichkeit sein, den Verdienstnachweis und das Arbeitsverhältnis (unter einer Legende) zu hinterfragen. Ebenso muss Kontakt mit dem (aktuellen) Vermieter des Mietbewerbers aufgenommen werden, um ggf. Mietschulden zu eruieren. Da jeder Vermieter froh wäre, „seinen“ Mietnomaden loszuwerden, darf nicht der Eindruck entstehen, dass es sich bei dem Anfragenden um einen möglichen neuen Vermieter handelt (in diesem Falle ist nur mit den positivsten Referenzen über den Mietaspiranten zu rechnen), sondern es muss unter einer Legende nachgefragt werden.

Nicht zuletzt sollte man eine Auskunft bei der Creditreform über den möglichen neuen Mieter einholen, aus der ggf. hervorgeht, ob er die Offenbarungsversicherung abgelegt hat bzw. ob er bereits mittels Räumungsklage aus einer Immobilie entfernt werden musste.

Sollten Sie es sich nicht zutrauen, eine plausible Geschichte zu erfinden, um an die erforderlichen Auskünfte zu gelangen, können Sie auch BOSAS mit dieser büromäßigen Überprüfung beauftragen. Sie bezahlen hier eine Pauschale und bekommen hierfür die Erkenntnisse der Creditreform sowie aus der fernmündlichen Prüfung des Arbeitsverhältnisses und der derzeitigen Mietsituation geliefert. Dies ist eine äußerst geringe Ausgabe im Vergleich zu dem Schaden, der Ihnen andernfalls entstehen könnte.

Bei hochwertigen Immobilien empfiehlt es sich außerdem, Erkundigungen über den Mietbewerber vor Ort einzuholen. Wissen die Nachbarn etwas über regelmäßige Besuche der Polizei oder des Gerichtsvollziehers? Steht dem Aspiranten die Kündigung ins Haus oder hat er bisher noch unbekannte Schulden? Auch hier kann BOSAS Ihnen behilflich sein und für Sie diese Erkenntnisse gewinnen. Hierfür werden die normalen Honorare in Rechnung gestellt.

(3) Was kann man tun, wenn sich bereits ein Mietnomade eingenistet hat?

Als besonders effizient hat sich hier der bidirektionale Angriff erwiesen. Gleichermaßen mit einer „Zangenbewegung“ wird der Einmietbetrüger von zwei Seiten bedient:

 Einerseits werden durch einen, in diesen Fragen besonders versierten Rechtsanwalt sämtliche infrage kommenden juristischen Schritte und Maßnahmen mit dem Ziel der fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses eingeleitet. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass der (unerlässliche) juristische Weg durchaus ein Jahr in Anspruch nehmen kann, bevor das gewünschte Ergebnis vorliegt. Übrigens, falls Bedarf an der Vermittlung eines hierauf spezialisierten Anwalts besteht, helfen Ihnen der BWE mit seinen Kreisverbänden und BOSAS gerne weiter.

 Andererseits erhebt BOSAS alle Erkenntnisse über den Mietnomaden, die der beschleunigten Erledigung der Sache dienlich sind. Auch hier haben sich diskrete Umfeldermittlungen als äußerst probat erwiesen. Kleinganoven bzw. gewerbs- oder gewohnheitsmäßig handelnde Betrüger erschließen sich in aller Regel nicht nur eine Quelle, um ein angenehmes Leben führen zu können. Wie statistische Erhebungen und die praktische Erfahrung zeigen, handelt es sich in aller Regel um Wiederholungstäter, die auch insbesondere auf den Gebieten des Missbrauchs von Sozialleistungen bzw. des Arbeitslosengeldes, des Versicherungsbetrugs bzw. des allgemeinen Betrugs, oder auch beim Missbrauch von Scheck- und / oder Kreditkarten beheimatet sind. Hinzu kommen oft einschlägige Aktivitäten im Bereich des Diebstahls und / oder der Hehlerei.

 Gerichtsverwertbare Beweise, dass sich der Mietnomade auch anderer, illegaler Einnahmequellen bedient, beschleunigen die Verlegung seines Wohnsitzes von der unrechtmäßig mit Beschlag belegten Immobilie in eine Pension, in der er auf Staatskosten seinen Unterhalt fristen kann (Untersuchungs- und Strafhaft).

 Um an diese Erkenntnisse zu gelangen, bedient sich BOSAS mehrerer verdeckter Ermittler, die sich ggf. auch Zugang zum engeren Kreis des Mietnomaden verschaffen und so an gerichtsverwertbare Beweise gelangen.

(4) Wie können Sie ggf. zu Ihrem Geld gelangen, wenn Sie einen rechtskräftigen, vollstreckbaren (Zahlungs-)Titel in Händen halten, der Mietnomade aber längst über alle Berge (unbekannten Aufenthalts) ist?

BOSAS bietet Ihnen auf der Internetpräsenz www.zeugensuche.de die Möglichkeit, gegen einen geringen Unkostenbeitrag eine Suche nach dem Schuldner zu veröffentlichen. Mit etwas Glück erhalten Sie von einem Mitteiler (Zeugen) Hinweise auf den aktuellen Aufenthaltsort des geflohenen Einmietbetrügers und können sich dann ggf. zumindest einen Teil Ihres erlittenen Schadens dort zurückholen.

(5) Fazit

Seien Sie bei der Auswahl Ihres zukünftigen Mieters mindestens ebenso kritisch, als wenn Sie jemandem Geld leihen würden (de facto gewähren Sie ja auch einem Ihnen bis dahin Fremden einen geldwerten Vorteil, nämlich Wohnraum, für den Ihnen auch der vertraglich vereinbarte Mietzins und die Erstattung der Nebenkosten zusteht).

Scheuen Sie sich nicht, fachkundige Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Ihnen hierdurch entstehenden Unkosten und Aufwendungen stehen in keinem Verhältnis zu dem Schaden, den ein Mietnomade bei Ihnen anrichten kann.

Den Kontakt zu BOSAS können Sie unmittelbar über unsere Internetseite unter dem Punkt "Kooperationen" herstellen.

 
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